Und alles

Auf Anregung ihres Kollegen Fabrice Melquiot hatte die junge Autorin Gwendoline Soublin Kinder und Jugendliche nach ihren Ängsten und Wünschen für die Zukunft befragt. Daraus entstand «Und alles», eine rührende humorvolle Hymne an eine Generation, die sich nicht mehr mit verquälten Grübeleien aufhält, sondern pragmatisch zur Rettung des Planeten schreitet. Eine Gruppe Kinder sucht nach dem verschwundenen Ehsan, doch befindet sich dieser – wie sich zuletzt herausstellt – nicht in dem vom Vater eingerichteten Atomschutzbunker, sondern an der bretonischen Küste, um dort einen gestrandeten Wal zu retten. Die Suche der anderen nach dem Verschwundenen läuft so hemdsärmelig-pragmatisch ab, dass man als Zuschauer großes Vertrauen in die Zukunft bekommt. Neue Probleme erfordern ein neues Bewusstsein und eine kollektive Strategie. Gwendoline Soublins Protagonisten tragen «migrantische» Namen wie Chalipa, Ehsan oder Salvador, leiden aber keineswegs unter ihren multiplen Identitäten. Wie in «Dunkeltunke» sind die Eltern abwesend, doch ohne dass dies irgendein Trauma hinterließe. In der neuen Solidargemeinschaft, die diese Kinder bilden, werden alle ernstgenommen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft. Im Geiste von Fridays for the Future scheint hier eine neue Gesellschaft möglich. Vielleicht könnten Texte wie dieser Werkzeuge für sie sein?

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Neue Veröffentlichung. Scène 22 ist für den 30. September 2020 angekündigt.

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