Erzuli Dahomey, Göttin der Liebe

Jean-René Lemoines Erzuli Dahomey spielt mit Analogien von Sissi und Lady Di, spart nicht mit Verweisen auf diverse Theater- und Filmstoffe und zielt dabei auf die Thematik Migration und (Neo)Kolonialismus: Fanta, Lady Dianas Kammerzofe von den Antillen, ist erschüttert vom Tod ihrer Herrin. Die beiden sechzehnjährigen Zwillinge Frantz und Sissi träumen von einem ähnlich ruhmreichen und tragischen Schicksal. Victoire erinnert die Tragödie an den Unfalltod ihres ältesten Sohnes Tristan in Mexiko. Kurz nach dessen Begräbnis taucht wie ein Springteufel die Senegalesin Félicité Ndiogomaye Thiongane auf, um die Herausgabe der Leiche ihres Sohns West zu verlangen. Jean-René Lemoine bedient sich der Versatzstücke von Vaudeville-Komödie und Melodrama, um mit leichter Hand die Frage nach post-kolonialen Identitäten zu stellen.

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Neue Veröffentlichung. Scène 22 ist für den 30. September 2020 angekündigt.

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