Der Krümel

Krieg ist ein Wort, das hier nicht fällt. In Der Krümel des jungen Autors Philippe Aufort ist der Krieg omnipräsent, aber auch hier auf viele Weisen, indirekt und konkret zugleich. Sein Stück handelt von der Geschichte eines kleinen, schmächtigen Jungen, den der Krieg unversehens zum Kindersoldaten macht. Inmitten der Truppe verwaister, verarmter, nun manipulierter Kinder, die von einem überdimensionierten «Onkel» angeheuert und an die Kandare genommen werden, sitzt er in der Falle. Er schweigt, sagt kein Wort, in gewisser Weise aber «funktioniert» er zu Kriegszwecken, als Schlacht-Köder. Es ist die Geschichte von Kindern, die weder wissen, für was sie kämpfen, noch, ob sie je selbst etwas davon haben werden. Niemand verspricht ihnen ein besseres Leben, nur eines, das von Tag zu Tag den Dienst im Kriegsgeschäft gegen einen Teller Suppe eintauscht. Der «Krümel» aber wird sich eines Tages zu wehren wissen … Schon die grafische Gestaltung macht deutlich, dass es sich hier weder um ein Dialogdrama, noch um einen narrativen Textblock handelt. Die Musik von Worten und ihrem Nachhall, das Lautmalerische des Kriegslärms, das Spiel mit der Sprache, ihren Klängen und Strukturen, mischen sich zu einem zerborstenen Textbild und auf der Bühne zu einer Hörlandschaft, in die der (junge) Zuschauer mitgenommen wird.

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